Persönlicher Kommentar
Verbieten? Ja!
Interessant: Man spricht wieder über Verbote! Lange galt vor allem in liberal-intellektuellen Kreisen eine klare Ansage des Staates mit Strafandrohung als Anschlag auf die persönliche Freiheit. Aber auch wirtschafts-libertäre Ideologen wollen dem Staat das Recht absprechen, Dinge klar zu regeln und mit Hilfe der Ordnungspolitik Ziele durchzusetzen. Rechtsextreme wollen zwar anderen viel verbieten, reklamieren aber für sich selbst die totale Freiheit.
Jetzt fordern Menschen, von denen man es nicht erwartet hätte, ein rigoroses Verbot. Noch deutlicher: Man fordert sogar harte Strafen für alle, die das Verbot übertreten. Und noch radikaler: Selbst im Schutzraum „Satire“ soll das Verbot gelten. Darf Satire nicht mehr „alles“, wie Kurt Tucholsky behauptet hat?
Um was geht es? Marc-Uwe Kling (das ist der Autor mit dem linkradikalen Känguru…) hat eine Initiative gestartet, die ein scharfes Verbot des „Fälschens von Menschen“ fordert. Mit den heute zur Verfügung stehenden Mitteln ist es ja möglich, das Aussehen von Menschen, ihre Stimme und ihre Gestik täuschend echt nachzumachen. Diese „gefälschten Menschen“ machen und sagen dann Dinge, die der echte Mensch dieses Aussehens niemals machen und sagen würde.
Nicht nur Promis wie Eckart v. Hirschhausen leiden darunter, dass sie als gefälschter Klon auf einmal für Quacksalberei werben. Wir alle können gefälscht werden und führen dann im Netz ein lächerliches, abstoßendes oder auch kriminelles Zusatz-Leben. Deshalb wage ich das Urteil: Die Petition für das rigorose Verbot des Fälschens von Menschen ist eines der wichtigsten aktuellen Projekte für den Erhalt einer humanen Welt.
https://weact.campact.de/petitions/deepfakes-verbieten
Unschlagbar ist ein Argument, das die Autoren der Petition anführen: Wer Geld fälscht, wird überall auf dieser Erde hart bestraft. Wer Menschen fälscht, gilt als cleverer Nutzer der Möglichkeiten von KI. Das muss verboten werden!
Wichtiger Hinweis:
Blogbeiträge stellen die persönliche Meinung einzelner Parteimitglieder dar. Diese kann in Einzelfällen von der Programmlage der Partei abweichend sein. Auch ist es möglich, dass zu einzelnen Themen und Aspekten in der ÖDP noch keine Programmlage existiert.